Bericht: Ch. Rachor.
Am Samstag, den 15. November 2025, erlebte Pflaumheim einen ganz besonderen Tag: Die Bücherei feierte ihr 75-jähriges Jubiläum – ein Ereignis, das nicht nur die Geschichte einer Institution, sondern auch die Geschichte vieler Menschen erzählt. Der Auftakt begann feierlich in der Pfarrkirche St. Luzia. Pfarrer Nimbler und Diakon Ralf Hartmann gestalteten den Gottesdienst, der von musikalischen Klängen umrahmt wurde und die Gäste in eine festliche Stimmung versetzte. Viele kamen – ein Zeichen dafür, wie sehr die Bücherei in der Gemeinde verwurzelt ist.


Nach dem Gottesdienst ging es in die Bücherei, wo die akademische Feier stattfand. Schon beim Betreten spürte man die besondere Atmosphäre: Bücherregale voller Geschichten, ein Raum voller Erinnerungen und Menschen, die gekommen waren, um diese Tradition zu würdigen. Das Gitarrenensemble der Musikschule Großostheim sorgte für den musikalischen Rahmen und verlieh der Feier einen warmen, harmonischen Klang. In den Festreden wurde die beeindruckende Geschichte der Bücherei lebendig. Sie begann 1921, doch der eigentliche Neuanfang kam 1950 – mit einer einfachen Holztruhe und gerade einmal 60 Büchern. Damals wie heute war die Ausleihe sonntags von zehn bis zwölf Uhr möglich. Zehn Jahre später waren es schon 1.000 Bücher, und die Bücherei zog vom Schwesternhaus in den Keller des Kindergartens. Viele der heutigen Angebote wie Vorträge, Spieleabende haben ihre Wurzeln in dieser Zeit. Dank der Unterstützung von Gemeinde und Pfarrei wuchs die Bücherei stetig und verfügt heute über rund 9.000 Medien. Wolfgang Rollmann erinnerte an Meilensteine: den Umzug 1982, die Einführung der digitalen Ausleihe 1997 – damals als zweite Bücherei im Landkreis –, die Kulturveranstaltungen auf dem Kirchplatz, den Kinderbuchpreis 2010 und die fünfmalige Auszeichnung mit dem Goldenen Büchereisiegel. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Schule und den Kindergärten wurde hervorgehoben: Blockausleihe, Büchereiführerschein und Antolin sind feste Bestandteile des Bildungsangebots. Beliebte Aktionen wie Vorträge, Buchvorstellungen, Schmökernacht, Adventsbasteln, Buchflohmärkte und Veranstaltungen mit der KAB wie Laubsägen haben die Bücherei zu einem lebendigen Treffpunkt gemacht. Besonders herzlich waren die Grußworte. Bürgermeister Ralph Herbst sprach von der wertvollen Aufgabe der Bücherei: „Lesen bildet und Lesen verbindet.“ Heinz Abel von der Pfarrei nannte sie „eine Oase, die mich von der Außenwelt abschirmt“. Gerald Zahn vom Vereinsring überreichte ein selbstgebautes Bücherregal, und Andrea Wilm von der Grundschule zitierte aus einem Gedicht: „Gebt uns Bücher, gebt uns Flügel.“ Elias Huisl von der Büchereifachstelle wagte einen Blick in die Zukunft: „Wird es in 75 Jahren noch eine Bücherei geben? Heute ist sie ein lebendiger Ort, offen für alle, ein einladendes Wohnzimmer.“ Für heitere Momente sorgte das Büchereiquiz, das Anke Neukum und Yvonne Hock moderierten – mit dem augenzwinkernden Satz: „Wer braucht KI, wenn man KS hat?“ Gemeint war Klaus Seitz, der für seine unglaublichen 67 Jahre ehrenamtlicher Mitarbeit und Leitung der Bücherei eine besondere Ehrung erhielt. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden für ihre langjährige Treue ausgezeichnet, und Erika Kneitinger erhielt als fleißigste Leserin seit 75 Jahren eine „Goldene Lesefuttertüte“.



Ein besonderer Moment der Jubiläumsfeier war die Ehrung langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von Elias Huisl, Leiter der Büchereifachstelle in Würzburg, vorgenommen wurde. Mit herzlichen Worten würdigte er das Engagement, das die Bücherei über Jahrzehnte getragen hat. Die Silberne Ehrennadel für bis zu 25 Jahre Mitarbeit erhielten Doris Ebert, Klaus Zahn, Tatjana Braun, Judith Siebner-Deiters, Yvonne Hock, Anke Neukum, Ursula Hohm, Erika Wenzel, Susanne Möllenkamp und Marthe Maidhof. Für über 25 Jahre Einsatz wurden Manfred Brückner, Annette Hock-Brückner Johannes Braun, Jürgen Rollmann, Christine Giegerich, Karin Schadt, Theo Ostheimer Wolfang Rollmann und Christa Rollmann, mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Den Höhepunkt bildete die besondere Ehrung für Klaus Seitz, der seit unglaublichen 67 Jahren ehrenamtlich für die Bücherei tätig ist und sie über viele Jahre geleitet hat. Der Applaus für diese Leistung war überwältigend und spiegelte die Dankbarkeit der gesamten Gemeinde wider. Am Ende dankte das Büchereiteam allen Unterstützern und Lesern – und ganz besonders Klaus Seitz. Mit einem Blick in die Zukunft wurde verkündet: Ab 2026 wird die Bücherei von einem Team geleitet, um die erfolgreiche Arbeit fortzuführen. Die Feier endete mit dem Gefühl, dass die Bücherei Pflaumheim mehr ist
als ein Ort voller Bücher – sie ist ein Stück Heimat, ein Raum für Begegnungen und ein Fenster in die Welt.





